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PRESSEMITTEILUNG:

25. Januar 2012
Gesundheitspolitik

Dr. Thomas Spies (SPD): Kommunen müssen stärker in die gesundheitliche Versorgung einbezogen werden

Die neuerlichen Vorschläge von Sozialminister Grüttner zur Verbesserung der ärztlichen Versorgung hat der gesundheitspolitische Sprecher Dr. Thomas Spies am Mittwoch in Wiesbaden als unzureichend bezeichnet. "Hol- und Bringdienste sind sicher an einigen Stellen sinnvoll, aber das wird nicht ausreichen, das Problem zu lösen", stellte Spies fest. Und mit Geld alleine könnten junge Ärztinnen und Ärzte nicht aufs Land "gelockt" werden.

"Dem Sozialminister fehlt ein umfassendes Konzept. Außerdem schafft er es nicht, sich von eingefahrenen Strukturen zu lösen. Den Landarzt als Einzelkämpfer wird es in Zukunft nicht mehr geben können, es sind Verbundstrukturen notwendig. Die strikte Trennung zwischen ambulanten und stationären Diensten muss überwunden werden. Und die Kommunen müssen eine stärkere Rolle übernehmen können, wenn alle anderen Möglichkeiten versagt haben. Dies kann auch bedeuten, dass sich ein Kreis oder eine Kommune an den Strukturen für die ärztliche Versorgung beteiligt", forderte Spies.

Spies erinnerte daran, dass die Friedrich-Ebert-Stiftung bereits im Februar 2011 ein umfassendes Gutachten vorgelegt habe, wie die gesundheitliche Versorgung zukunftsfest gemacht werden könne. "Darin ist ein Bündel an Maßnahmen enthalten, die jetzt zügig angegangen werden müssen. Mit kleinen Schritten à la Grüttner ist es nicht getan", so Spies.


Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung:
Stefan Greß, Klaus Stegmüller
Hochschule Fulda, Fachbereich Pflege und Gesundheit
Gesundheitliche Versorgung in Stadt und Land - ein Zukunftskonzept. Friedrich-Ebert-Stiftung Hessen, Februar 2011